2026 gibt es bisher keinen offiziellen Pokémon-Adventskalender im Handel – vermutlich, weil das Jubiläumsset zum 30-jährigen Bestehen Vorrang hat. Selbst gemacht ist also diesmal ohnehin der einzige Weg, aber auch in Jahren mit offiziellem Kalender lohnt sich der Eigenbau: Du steuerst das Budget genau, stimmst die Karten auf die Wünsche der Person ab, für die der Kalender ist, und baust die Spannung bewusst auf, statt dich auf einen zufälligen Fertig-Mix zu verlassen. Der Aufwand hält sich in Grenzen, wenn du strukturiert vorgehst.
Das gilt genauso, wenn du selbst kein Sammler bist, sondern einfach als Elternteil deinem Kind eine Freude machen willst. Gerade dann ist die Auswahl oft schwieriger, weil dir die Orientierung fehlt, welche Karten wirklich gut ankommen und was realistisch kostet. Wenn du unsicher bist, melde dich gerne bei mir – ich gebe dir mit ein paar Tipps eine sichere Richtung.
Schritt für Schritt: So baust du deinen Adventskalender
- Budget festlegen. Entscheide, wie viel der Kalender insgesamt kosten darf, bevor du einkaufst.
- Booster und Einzelkarten kaufen. So viele Booster wie Tage, die du damit füllen willst, dazu gezielt einzelne Karten für die Highlight-Tage.
- 24 Tage zusammenstellen. Jeder Tag bekommt entweder einen Booster oder eine einzeln ausgesuchte Karte – geöffnet und neu gemischt wird nichts.
- Reihenfolge festlegen. Nicht einfach stumpf nach Wert aufsteigend sortieren, sondern Highlights auch mal früh platzieren.
- Verpacken und nummerieren. Kleine Papiertüten, Boxen oder Umschläge, gut sichtbar von 1 bis 24 markiert.
Wie viel Budget brauchst du?
Das hängt davon ab, wie hochwertig die einzelnen Tage ausfallen sollen. Drei grobe Richtwerte als Orientierung, die du an deine Preise anpassen solltest:
| Budget-Stufe | Ungefährer Rahmen | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| Günstig | ca. 20-35 € | Überwiegend Einzelkarten aus dem unteren Preisbereich, ergänzt um ein bis zwei kleine Booster-Packs für die „großen“ Tage. |
| Mittel | ca. 50-90 € | Ein Booster-Bundle für mehrere Tage auf einmal, dazu mehr gezielt gekaufte Einzelkarten für die Highlight-Tage. |
| Hochwertig | ab ca. 120 € | Mehrere gezielt gekaufte Karten zu bestimmten Motiven, dazu ein Booster-Bundle oder eine Elite Trainer Box als Highlight zum Schluss. Ein ganzes Display ist für dieses Budget meist zu teuer – Preise und Verfügbarkeit vorher vergleichen. |
Ein Rechenbeispiel für die mittlere Stufe: 70 € Gesamtbudget, davon rund 30 € für ein Booster-Bundle mit sechs Packs (ein einzelner Booster kostet aktuell im Schnitt etwa 5 €, ein 6er-Bundle liegt bei rund 30 €, Stand 30.09.2026, Preise schwanken, siehe die aktuellen UVPs bei PC Games Hardware) und die restlichen 40 € für zehn bis zwölf gezielt ausgesuchte Einzelkarten. Damit lassen sich 24 Tage befüllen, ohne dass jeder Tag eine teure Karte enthalten muss, denn allein die sechs Booster liefern schon Karten für mehrere Tage.
Booster oder gezielte Einzelkarten – was kommt in den Kalender?
Ein Booster-Pack kommt in den Kalender – die Person öffnet ihn selbst an dem Tag, der Überraschungsmoment bleibt so komplett erhalten. Das ist günstig pro Karte und reicht gut für die „normalen“ Tage im Kalender. Für einzelne Highlight-Tage lohnt sich dagegen der gezielte Kauf einer bestimmten Einzelkarte, etwa eines Lieblingsmotivs, weil du dann sicher weißt, was ankommt. Eine Mischung aus beidem ist für die meisten Budgets der praktischste Weg: Booster für die Masse der Tage, gezielte Einzelkarten für die Highlight-Tage. Wie du realistische Preise für Einzelkarten findest, erklärt mein Ratgeber Kartenwert prüfen. Ob sich für den Kalender eher einzelne Booster-Packs oder eine kleine Trainer Box lohnen, hängt vom Budget ab, siehe Booster Box vs. Elite Trainer Box.
Wie verteilst du Booster und Karten auf 24 Tage?
Nicht linear von schwach zu stark, das nimmt nach wenigen Tagen die Spannung raus. Bewährt hat sich ein Muster mit mehreren kleinen Höhepunkten:
- Die stärkste Karte kommt an Tag 24, aber nicht als einzige Überraschung.
- Ein bis zwei weitere Highlight-Tage über den Monat verteilt, zum Beispiel an einem Wochenende oder rund um den ersten Advent.
- Die restlichen Tage bekommen eine solide Mischung aus Boostern und einzelnen Karten, damit kein Tag komplett „leer“ wirkt.
- Reicht das Budget nicht für 24 Tage mit eigener Karte oder Booster, fülle die übrigen Tage mit günstigen Extras: Sleeves, kleine Süßigkeiten, Sticker oder, gerade für Kinder, kleine Pflegeprodukte wie Duschgel von Bübchen gibt es günstig, unter anderem bei Amazon. Achte bei Flüssigem darauf, dass die Verpackung wirklich dicht ist, sonst wird es in der Tüte oder Box schnell unschön. Ein Blick in den lokalen Asia-Markt lohnt sich ebenfalls – dort gibt es gelegentlich auch Süßigkeiten mit Pokémon-Motiv.
Wie verpackst du die Karten, ohne sie zu beschädigen?
Ungeöffnete Booster sind durch die Folie bereits geschützt und können direkt in ihre Tages-Verpackung. Bei den gezielt gekauften Einzelkarten sieht es anders aus: Die sind empfindlicher, als es aussieht. Kleine Papiertüten oder Umschläge schützen zwar vor Licht und Staub, aber nicht vor Knicken, wenn sie gestapelt oder in eine Schublade gedrückt werden. Für Einzelkarten, die eine gewisse Wertigkeit haben sollen, lohnt sich deshalb eine dünne Schutzhülle direkt an der Karte, bevor sie in die Tüte oder Box kommt. Welche Sleeves, Toploader oder Boxen sich dafür eignen, vergleicht mein Ratgeber Sleeves, Toploader und Binder im Vergleich. Beschrifte jede Verpackung deutlich mit der Zahl, am besten schon beim Befüllen und nicht erst am Ende, sonst verlierst du schnell den Überblick.
Ab wann solltest du anfangen?
Rechne mit ein bis zwei Wochen für Einkauf, Sortieren und Befüllen, plus Zeit für den Versand, falls du Karten online bestellst. Wer erst Anfang Dezember startet, hat oft das Problem, dass gewünschte Einzelkarten schon vergriffen oder teurer geworden sind, weil die Nachfrage rund um die Feiertage steigt. Spätestens Mitte bis Ende Oktober mit der Planung zu beginnen, gibt dir genug Puffer.
Häufige Fehler
- Erst kurz vor Dezember anfangen. Dann wird die Auswahl knapp und teurer.
- Alle guten Karten ans Ende packen. Wirkt nach wenigen Tagen vorhersehbar, statt Spannung zu halten.
- Ohne Schutzhülle verpacken. Vor allem bei Holo-Karten sind Kratzer und Knicke schnell passiert.
- Nur einzeln gekaufte Karten verwenden, keine Booster. Treibt die Kosten unnötig hoch und nimmt dem Kalender den Überraschungsmoment, den ein selbst geöffneter Booster mitbringt.
- Nicht auf den Empfänger abstimmen. Ein Kalender für ein Kind braucht andere Motive und ein anderes Budget als einer für eine erfahrene Sammlerin.
Checkliste: Adventskalender selber machen
- Budget-Rahmen festgelegt
- Kartenpool aus Boostern und/oder Einzelkarten zusammengestellt
- 24 Tage zusammengestellt (Booster oder Einzelkarte), keiner davon leer
- Highlights bewusst über den Monat verteilt, nicht nur am Ende
- Schutzhülle für die gezielt gekauften Einzelkarten verwendet
- Jede Verpackung klar von 1 bis 24 nummeriert
- Rechtzeitig begonnen, spätestens Mitte bis Ende Oktober
Häufige Fragen
Gibt es 2026 einen offiziellen Pokémon-Adventskalender?
Nach aktuellem Stand nicht: Für 2026 wurde bislang keiner angekündigt, vermutlich zugunsten des 30-Jahre-Jubiläumssets (Quelle: Pokezentrum). In früheren Jahren (2022-2025) enthielten die offiziellen Kalender meist rund sechs Booster-Packs, holografische Promo-Karten, ein paar Fun Packs sowie Zubehör wie Münzen und Sticker. Ein fertiger Kalender ist bequemer, weil der Einkauf entfällt – selbst gemacht hast du dafür die Kontrolle über Budget, Auswahl und Empfänger-Wünsche und weißt vorab, dass wirklich jeder Tag etwas Sinnvolles enthält.
Für welches Budget lohnt sich ein selbst gemachter Kalender überhaupt?
Schon ab etwa 20-30 € lässt sich ein einfacher Kalender mit Einzelkarten und ein bis zwei Boostern füllen. Nach oben ist praktisch keine Grenze gesetzt.
Muss jeder Tag eine Karte mit Wert enthalten?
Nein. Ein guter Mix aus soliden Alltagskarten und ein paar bewussten Highlight-Tagen wirkt spannender als 24 gleich „wertvolle“ Karten.
Wie verhindere ich, dass Karten beim Befüllen beschädigt werden?
Verwende dünne Schutzhüllen direkt an der Karte, bevor sie in die Tüte oder Box kommt, und stapele die fertigen Päckchen nicht zu fest.
Kannst du mir bei der Auswahl helfen?
Ja, gerne. Das gilt auch, wenn du gar kein Sammler bist, sondern zum Beispiel als Elternteil deinem Kind eine Freude machen willst. Wenn du unsicher bist, welche Karten zu deinem Budget oder zum Empfänger passen, schreib mir, dann sprechen wir gemeinsam durch, was Sinn ergibt.
Stand: 30.09.2026