Dieser Artikel dreht sich bewusst nur um PSA, weil der Anbieter gerade seine erste vollwertige Grading-Einrichtung in Europa eröffnet hat und das für Sammler in Deutschland praktisch relevant ist. Zuvor gab es in Manchester nur eine reine Annahmestelle, die eingeschickte Karten lediglich in die USA weiterleitete. Das ist keine Rangliste und keine Empfehlung gegenüber anderen Grading-Diensten wie BGS, CGC, GSG, AOG oder PGS, siehe dazu auch Grading erklärt.
Was sich geändert hat
Bis vor Kurzem ging für europäische Sammler kein Weg an den USA vorbei: Karten mussten nach Santa Ana, Kalifornien geschickt werden. Dabei handelt es sich zollrechtlich um eine eigene Ware, die nur vorübergehend zur Bearbeitung ins Ausland geht und danach wieder zurückkommt. Dafür gibt es ein Verfahren namens „passive Veredelung“: Meldest du das vorher beim Zoll an, zahlst du beim Rückversand nur auf die Grading-Gebühr Steuern, nicht auf den vollen Kartenwert. Ohne diese vorherige Anmeldung wurde beim Rückversand aus den USA Einfuhrumsatzsteuer von 19 % auf den gesamten Kartenwert fällig, ein Kostenpunkt, der viele erst beim Rückversand überrascht hat.
Seit Juli 2026 nimmt PSA in Frankfurt am Main Einsendungen von autorisierten Händlern an. Seit dem 15. September 2026 können auch Privatsammler aus allen 27 EU-Ländern direkt dorthin einreichen, ohne den Umweg über die USA. Dass der Standort kein kurzfristiges Pop-up ist, zeigt auch, dass dort aktuell noch aktiv Personal gesucht wird.
Wie reichst du als Privatperson ein?
- Kostenloses PSA-Collectors-Konto anlegen. Auf psacard.com registrieren, eine bezahlte Mitgliedschaft ist dafür nicht nötig.
- Service-Level auswählen. Je nach gewünschter Bearbeitungszeit und Kartenwert, siehe Tabelle unten.
- Einsendung vorbereiten und verschicken. Jede Karte einzeln in einen Sleeve und einen Card Saver stecken, siehe auch Sleeves, Toploader und Binder im Vergleich. Genaue Versandwege und -kosten innerhalb Deutschlands bzw. der EU sind nicht einheitlich veröffentlicht, am besten direkt bei PSA oder deinem gewählten Versanddienst erfragen.
Service-Level und Kosten in Frankfurt
| Stufe | Preis (Richtwert) | Wertgrenze je Karte | Bearbeitungszeit (Richtwert) |
|---|---|---|---|
| Value | 39,99 € | 500 € | ca. 90-100 Werktage |
| Standard | 59,99 € | 900 € | ca. 80-90 Werktage |
| Priority | 79,99 € | 1.300 € | ca. 70-80 Werktage |
| Express | ca. 199 € | 2.200 € | ca. 25-30 Werktage |
| Super Express | ca. 349 € | 4.500 € | ca. 25-30 Werktage |
| Premier | ca. 599 € | 9.000 € | ca. 25-30 Werktage |
Liegt der tatsächliche Kartenwert nach dem Grading über der Wertgrenze der gebuchten Stufe, wird in der Regel nachberechnet. Die günstige Value-Stufe für Karten bis 500 € hat PSA am 29. Oktober 2026 offiziell wieder freigeschaltet, eine separate Bulk-Stufe für sehr große Mengen (nur für Collectors-Club-Mitglieder) war zum Stand dieses Artikels weiterhin pausiert. Alle Preise und Zeiten sind Richtwerte mehrerer Quellen und können sich ändern, aktuelle Angaben findest du auf psacard.com.
Entfällt der Zoll jetzt wirklich?
Für den alten Weg über die USA ist die Lage klar: Ohne „passive Veredelung“ vorab fiel Einfuhrumsatzsteuer an. Für Einsendungen direkt an den neuen Frankfurt-Standort innerhalb der EU entfällt dieser Umweg über ein Nicht-EU-Land grundsätzlich, was das Zoll-Thema für die meisten Privatsammler deutlich entschärft. Eine explizite, offizielle Aussage von PSA selbst zur Zollbehandlung in Frankfurt lag zum Stand dieses Artikels nicht einheitlich vor. Bei größeren Kartenwerten lohnt sich im Zweifel eine kurze Nachfrage beim Zoll oder bei PSA direkt.
Alternative: Einsendung über einen Vermittler
Neben der Direkteinreichung gibt es mittlerweile auch deutsche Dienstleister, die den Versand und die Abwicklung zu PSA als Service anbieten, meist gegen eine Pauschale, die Versand und Organisation einschließt. Das kann praktisch sein, wenn du dir den eigenen Versand nach Frankfurt ersparen willst, macht die Einsendung aber auch etwas teurer als der direkte Weg über dein eigenes PSA-Konto. Vergleiche im Zweifel beide Wege anhand der tatsächlichen Gesamtkosten.
Häufige Fragen
Muss ich meine Karten noch in die USA schicken?
Nein, seit dem 15. September 2026 können Privatsammler aus der gesamten EU direkt an den neuen PSA-Standort in Frankfurt einreichen.
Brauche ich eine bezahlte PSA-Mitgliedschaft?
Nein, ein kostenloses PSA-Collectors-Konto reicht für die Einreichung aus.
Was kostet PSA-Grading über Frankfurt?
Je nach Service-Level grob zwischen 40 € und 600 € pro Karte, abhängig von Bearbeitungszeit und Wertgrenze. Aktuelle Preise immer direkt bei PSA prüfen, da sich diese ändern können.
Fällt beim Versand nach Frankfurt Zoll an?
Der bisherige Grund für Einfuhrumsatzsteuer, der Umweg über die USA, entfällt bei Einsendungen innerhalb der EU an den Frankfurt-Standort. Eine lückenlose offizielle Bestätigung dazu direkt von PSA lag zum Stand dieses Artikels nicht einheitlich vor, bei größeren Werten lohnt sich eine Nachfrage.
Lohnt sich Grading angesichts dieser Kosten überhaupt noch?
Das hängt von der einzelnen Karte ab, nicht vom Standort. Die Rechnung dazu erklärt der Ratgeber Lohnt sich Grading noch bei den aktuellen Preisen?.
Quellen
- PSA offiziell: PSA to Open First Full-Scale Grading Facility in Europe
- PSA offiziell: PSA Reopens Value Service and Reduces Estimated Turnaround Times for Standard and Priority
- AP Grading: PSA Grading Kosten aus Deutschland 2026
- Pokitrio: Was man über PSA Submissions wissen muss
- PSA Deutschland einsenden: Grading in Frankfurt
Stand: 31.10.2026. Preise, Fristen und Zollregeln können sich ändern, aktuelle Angaben immer direkt bei PSA prüfen. Keine Rechtsberatung in Zoll- oder Steuerfragen.